Färben oder tönen?

Färben, Tönen und Blondieren gehören zu den grundlegenden Techniken der Haarveränderung, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer Wirkungsweise.
Beim Färben werden die natürlichen Farbpigmente im Haar ausgetauscht. Dafür muss die schuppenartige Haaroberfläche geöffnet werden, ähnlich wie sich die Schuppen eines Tannenzapfens unter Wärme spreizen.
Die Farbmoleküle können so in das Haar eindringen. Gleichzeitig gelangen Pflegestoffe auf demselben Weg nach außen, da die Chemie bislang nicht in der Lage ist, die Haaroberfläche nach der Behandlung wieder dauerhaft und vollständig zu verschließen. Sie bleibt nach dem Färben in einem labilen, geöffneten Zustand.

Beim Tönen hingegen lagern sich lediglich kleine Farbpartikel auf der Haaroberfläche an und haften dort elektrostatisch. Das Haar selbst wird dabei nicht verändert. Eine echte Tönung enthält keinen Entwickler und besteht meist aus Schaum oder einer flüssigen Farbe, die pur angewendet wird.
Diese Tönungen halten etwa sechs bis acht Haarwäschen und können ein Haar nicht aufhellen.

Produkte, die als Intensivtönungen angeboten werden und aus zwei Komponenten bestehen, sind streng genommen bereits leichte Färbungen, da hier ein Oxidationsprozess stattfindet.

Beim Blondieren oder Aufhellen werden die natürlichen Farbpigmente des Haares, die Melanine, schrittweise abgebaut. Zuerst werden die dunklen Eumelanine gelöst, anschließend die helleren, rötlichen Phäomelanine. Während der Einwirkzeit kann das Haar deshalb vorübergehend orange erscheinen. Der häufigste Fehler besteht darin, den Oxidationsprozess genau in diesem Stadium zu unterbrechen.
Wird die Blondierung zu früh ausgewaschen, bleibt der rötliche Ton im Haar zurück. Um das Haar möglichst zu schonen, sollte bei regelmäßiger Blondierung ausschließlich der Ansatz behandelt werden, da die Längen und Spitzen sonst unnötig strapaziert würden.

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