Tipps zum Färben

In der täglichen Farbpraxis begegnen Friseurinnen und Friseuren immer wieder typische Herausforderungen: Graue, borstige Haare, die kaum Farbe annehmen, zu dunkle Ergebnisse nach einer Färbung oder Längen, die durch Sonne oder Heimbehandlungen viel zu hell geworden sind. Mit den richtigen Techniken lassen sich diese Situationen jedoch sicher und schonend korrigieren.
Borstige, graue Haare lassen sich oft nur schwer decken. In solchen Fällen hilft die sogenannte Borstenmischung, die aus zwei Teilen Farbe und einem Teil H₂O₂ besteht. Sie sorgt dafür, dass die Farbe besser eindringen kann und die störrischen, harten Haare gleichmäßiger angenommen werden.

Wird eine Haarfarbe dagegen zu dunkel, sollte nicht sofort zur Blondierung gegriffen werden. Solange die Farbe noch relativ frisch ist, lässt sich das Ergebnis deutlich schonender korrigieren. Ein saurer Abzug, bestehend aus zwei gemischten Komponenten, wird in das nasse Haar eingearbeitet. Während der Einwirkzeit lösen sich die frisch angelagerten Farbpigmente, ohne die Haarqualität zu beeinträchtigen. Der Aufhellungsgrad sollte dabei aufmerksam beobachtet und der Vorgang beim gewünschten Ergebnis beendet werden.


Ist eine Kundin durch Sonne, Urlaub oder eine misslungene Heimbehandlung deutlich zu hell geworden, reicht einfaches Nachfärben oft nicht aus. Besonders in porösen Längen hält die Farbe schlecht. Hier schafft eine Vorpigmentierung Abhilfe. Dafür wird die gewünschte Haarfarbe ausgewählt und ein Ton dunkler gewählt.
Diese Farbe wird mit der doppelten Menge heißen Wassers gemischt und auf das gewaschene, feuchte Haar aufgetragen. Die kleinen Farbmoleküle ohne H₂O₂ lagern sich im porösen Haar an. Nach einer Einwirkzeit von etwa fünfzehn bis zwanzig Minuten wird die gewünschte Haarfarbe wie gewohnt mit H₂O₂ aufgetragen. Die bereits angelagerten Moleküle verbinden sich mit der Farbbase, quellen im Haar auf und verankern sich dauerhaft.


Bei Rottönen ist besondere Vorsicht geboten. Eine saure Spülung, etwa ein Kräuterazid, kann Rotpigmente sofort wieder lösen. Das gilt auch für sauer eingestellte Cremehaarkuren. In solchen Fällen ist eine Instantpflege die bessere Wahl. Rottöne wirken zudem oft brillanter, wenn ein kleiner Anteil Naturton in die Farbmischung gegeben wird. Hält eine Haarfarbe oder Tönung generell schlecht, lohnt sich ein Blick auf die Produkte, die die Kundin zu Hause verwendet. Viele Haare sind überpflegt, insbesondere durch Kombiprodukte wie Shampoo-und-Spülung-in-einem. Diese legen häufig einen Film über das Haar, der zwar Glanz und bessere Kämmbarkeit erzeugt, aber gleichzeitig verhindern kann, dass sich Farbstoffe im oder am Haar anlagern. Eine gezielte Beratung zu geeigneter Pflege kann hier entscheidend sein.

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