Ladenmiete – die zweite, große, Belastung für Friseure

Als Perückenmacher und Barbiere ihre historisch gewordenen Leistungen erstellten, brauchten sie nicht zwingend ein Ladenlokal in prägnanter Ortslage. Seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts ist das anders.
Weil heut zu Tage jedoch die Nachfrage nach Friseurdienstleistungen schon mehr als 10 Jahre schrumpft, erleben Friseurunternehmer, dass sie in einer  1A-Lage dem Kostendruck durch die relativ hohe Miete pro m² nicht standhalten und besser in eine schlechtere Lage ausweichen.
In unseren Untersuchungen stellte sich heraus, dass vor allem das allgemein geringe Preisniveau für Friseurdienstleistungen und die fehlende Nachfrage (Mengenausprägungen), Ursache für den Rückzug ist.

Wer in Toplage eine Miete von ca. 200,– € p. m² p. Monat aufbringen soll, muss schon mindestens sehr hohe 5-stellige Umsätze pro Monat pro m² erzielen.

Oder, in Zahlen; bei 50 m² und einer Miete von € 10.000,– p. Monat, 12 Behandlungsplätzen, mindestens 12 Std. Öffnungszeiten täglich, mit einem engagierten, qualifizierten Topteam müsste der effektiv erzielte Netto – Stundensatz pro Produktivkraft schon mind. 35 – 40 €, und das ständig,  betragen, um überhaupt den Break-even -Point bei ca. 500 Tsd. € Jahresumsatz netto zu erreichen.

Ab da beginnt  dann erst das profitable Wirtschaften.
Derartig hohe Friseur – Angebotspreise wie zuvor (35 – 40 €) sind aber am Markt, selbst  in Toplagen, kaum bis nicht in ausreichender Menge durchzusetzen, weshalb die Empfehlung lauten muss; lassen Sie in diesen Zeiten Top-Ortslagen links liegen und bescheiden Sie sich mit 1B – oder 1 C  – Ortslagen, jedoch sollten Sie alle Insellagen möglichst meiden.

Wollen Sie als Friseurunternehmer einigermaßen entspannt leben, sollten Sie auf jeden Fall z. B. keine Miete von – angeblich nur! – 15 % vom Umsatz vereinbaren, denn dann arbeiten Sie ziemlich sicher nur noch für lachende Dritte.

Quelle
Goebel Unternehmensberatung

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