Damit aus dem Traum kein Albtraum wird.

Auf dem Weg in die Selbstständigkeit lauern zahlreiche Stolpersteine, die weder in der Meisterschule noch in Existenzgründungsseminaren ausreichend vermittelt werden. Wer Angebote vergleicht, Preise hinterfragt und Kosten konsequent prüft, spart nicht nur Geld, sondern schützt die eigene Liquidität.
Besonders wichtig ist die Wahl des richtigen Industriepartners.
Ob Wella, L’Oréal oder Schwarzkopf – alle kämpfen um Marktanteile und um jeden neuen Salon. Das eröffnet Spielräume, die viele nicht nutzen. Rabatte, Zugaben und Konditionen unterscheiden sich erheblich, doch erstaunlich viele Friseure wissen selbst nach Jahren nicht, welche Preisnachlässe ihnen bei welchen Abnahmemengen zustehen. Außendienstmitarbeiter kommunizieren diese Informationen nicht immer offen, und viele begnügen sich mit den üblichen 25 Prozent, obwohl bei größeren Bestellungen längst 40 oder 50 Prozent möglich wären. Jeder Außendienst ist verpflichtet, die Rabattlisten auszuhändigen – trotzdem haben die wenigsten je eine gesehen.
Zur finanziellen Planung gehört auch die private Lebensführung.
In der Startphase entstehen fast immer höhere Ausgaben als erwartet. Wer dann auf Gelder zugreift, die eigentlich dem Betrieb gehören – etwa vereinnahmte Umsatzsteuer –, bringt sich schnell in eine gefährliche Schieflage. Kommt später noch ein Steuerbescheid, kann die Liquidität innerhalb weniger Wochen zusammenbrechen.
Auch Banken betrachten Friseure als Kunden mit erhöhtem Risiko.
Selbst wenn Kreditraten pünktlich bezahlt werden, kann eine Bank den Kredit kündigen, wenn sie die Einnahmen als zu niedrig oder unsicher einstuft. Regelmäßige Überprüfungen sind üblich – und viele unterschätzen diese Gefahr.
Sparen beginnt im Alltag.
Energie ist teuer, und Salons verbrauchen viel Strom, Wasser und Wärme. Wer neu gründet, sollte Förderprogramme für energieeffiziente Technik prüfen. Das senkt nicht nur die Investitionskosten, sondern dauerhaft die laufenden Ausgaben. Viele Innungen bieten zudem Bündelungsverträge mit Energieversorgern an, die ohne Aufwand 10 bis 20 Prozent Ersparnis ermöglichen.