Werkzeuge reinigen und desinfizieren.

Hygiene ist kein lästiger Zusatz, sondern ein Qualitätsmerkmal. Wer sie ernst nimmt, schützt nicht nur seine Kunden, sondern auch sein eigenes Unternehmen und das Ansehen des gesamten Friseurhandwerks.
Hygiene im Salon – wenn Nachlässigkeit zum echten Risiko wird

Hygiene gehört zu den Grundpfeilern des Friseurhandwerks. Trotzdem wird sie im Alltag mancher Betriebe immer noch zu locker gehandhabt – mit Folgen, die 2025 erstmals deutlich sichtbar wurden. In mehreren Regionen kam es zu auffälligen Pilzinfektionen, die sich vor allem über unzureichend gereinigte Werkzeuge und mangelnde Hygieneroutinen verbreiteten. Besonders betroffen waren Männer, was auch mit der hohen Zahl an Trockenhaarschnitten und schnellen Abläufen in manchen Barbershops zusammenhängt.

Die Medien berichteten europaweit über einen rasanten Anstieg solcher Infektionen. Für die Branche war das ein Imageschaden, der weit über einzelne Betriebe hinausging. Kunden wurden verunsichert, Gesundheitsämter wurden aufmerksam, und die Diskussion über Hygienestandards im Friseurhandwerk erhielt neuen Druck.

Warum es dazu kommen konnte

Viele Salons arbeiten korrekt und sorgfältig – doch dort, wo Zeitdruck, Personalmangel oder fehlendes Fachwissen zusammentreffen, wird Hygiene schnell zur Nebensache. Laut Berufsgenossenschaft BGW müssen Kämme, Bürsten, Scheren, Scherköpfe und Rasiermesser nach jedem Kunden gereinigt und desinfiziert werden. Auch Umhänge und Handtücher dürfen nicht mehrfach verwendet werden. Diese Vorgaben wurden 2025 sogar verschärft, um genau solchen Infektionen vorzubeugen.

Doch in der Praxis zeigt sich: Wenn Preise extrem niedrig kalkuliert sind, wird oft an Zeit und Material gespart – und damit auch an der Hygiene. Genau das begünstigt die Ausbreitung von Pilzinfektionen.

Rechtliche Lage: bundesweit wichtig – aber nicht überall gleich
Deutschland hat keine einheitliche Hygiene-Verordnung für Friseursalons. Stattdessen regeln die Bundesländer die Details unterschiedlich. Ein Beispiel ist Nordrhein-Westfalen: Hier gilt die „Verordnung zur Verhütung übertragbarer Krankheiten“, die klare Pflichten zu Reinigung, Desinfektion und Sterilisation festlegt. Betriebe unterliegen der infektionshygienischen Überwachung durch die Gesundheitsämter. Landeshauptstadt Düsseldorf

Andere Bundesländer haben ähnliche, aber nicht identische Vorgaben.
Für Saloninhaber bedeutet das: Sie müssen die spezifischen Landesregelungen kennen und einhalten – Unwissenheit schützt nicht vor Konsequenzen.

Die Folgen für die Branche

Eine Pilzinfektion ist nicht nur ein medizinisches Problem. Sie schadet dem Vertrauen der Kunden, dem Ruf des Betriebs und letztlich dem gesamten Handwerk. Wenn Medien über „unsichere Barbershops“ berichten, trifft das auch jene, die vorbildlich arbeiten. Die Branche kann sich solche Schlagzeilen nicht leisten.

Was jetzt zählt
Hygienepläne müssen konsequent umgesetzt werden.
Werkzeuge sind nach jedem Kunden zu reinigen und zu desinfizieren.
Umhänge und Handtücher dürfen nur einmal verwendet werden.
Mitarbeitende brauchen klare Schulungen und Verantwortlichkeiten.

Die Landesvorgaben müssen bekannt sein – und eingehalten werden.
Hygiene ist kein lästiger Zusatz, sondern ein Qualitätsmerkmal. Wer sie ernst nimmt, schützt nicht nur seine Kunden, sondern auch sein eigenes Unternehmen und das Ansehen des gesamten Friseurhandwerks.

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