Die natürliche Haarfarbe

Die Haarfarbe eines jeden Menschen ist abhängig davon,  welche Menge der Pigmente Eumelanin und Phäomelanin in der Faserschicht des Haares vorhanden ist.

Falls die Pigmente vollständig fehlen – dann ist das Haar weiss.! Genannt wird dies beim Menschen als Albinismus.

Die natürliche Haarfarbe – wie Melanin unser Haar prägt
Die Haarfarbe des Menschen entsteht durch Melanozyten – spezialisierte Zellen, die in den Haarfollikeln sitzen. Sie produzieren Melanin, das aus körpereigenen Aminosäuren gebildet wird. Dieses Pigment bestimmt die gesamte Farbpalette menschlicher Haare. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Melanin, deren Mischungsverhältnis über die individuelle Haarfarbe entscheidet. Eumelanin ist das schwarz-braune Pigment, das für Tiefe und Dunkelheit der Haarfarbe sorgt. Es liegt in Form sichtbarer Körnchen vor und dominiert in braunem und schwarzem Haar.

Phäomelanin hingegen ist ein rötliches Pigment, das besonders in hellblondem, blondem und rotem Haar vorkommt. Es ist feiner strukturiert und kleiner als Eumelanin. Aus der Kombination beider Pigmenttypen entstehen sämtliche natürlichen Haarschattierungen – von Brünett über Rotbraun bis Rotblond. Die Pigmente selbst bestimmen jedoch nicht, ob eine Haarfarbe leuchtend oder matt wirkt. Dafür ist die Struktur der farblosen Schuppenzellen der Haaroberfläche verantwortlich: Stehen die Schuppen leicht ab, erscheint das Haar stumpf; liegen sie glatt an, reflektiert die Oberfläche das Licht und die Farbe wirkt brillanter.


Die genetische Ausstattung entscheidet darüber, welche Haarfarbe ein Mensch besitzt, ob das Haar glatt oder gelockt ist und wann die ersten grauen Haare auftreten. Durch eine Haarfärbung lässt sich die natürliche Haarfarbe zwar verändern, die genetische Grundlage bleibt jedoch unverändert.


Mit zunehmendem Alter – oder durch bestimmte Erkrankungen – nimmt die Produktion der Aminosäure Tyrosin ab. Sie ist für die Bildung von Melanin essenziell. Fehlt Tyrosin, entsteht weniger Pigment, und in den pigmentfreien Bereichen lagern sich winzige Luftbläschen ein. Diese Lichtreflexion lässt das Haar für das menschliche Auge grau oder weiß erscheinen. Der Prozess verläuft schrittweise und setzt bei jedem Menschen individuell ein.


Ein Haar hat eine Lebensdauer von etwa drei bis sieben Jahren. Danach fällt es aus und wird durch ein neues ersetzt. Mit zunehmendem Alter wachsen häufiger Haare ohne Pigment nach, weshalb der Anteil grauer Haare stetig zunimmt. Besonders früh zeigt sich dies an den Schläfen, da die dortigen Haare eine kürzere Lebensdauer haben und somit schneller durch pigmentfreie Haare ersetzt werden.

Ähnliche Beiträge

  • Haarpflege im Altertum

    In Griechenland hatte langes und gesundes Haar eine besondere Bedeutung im sozialen Bereich. Damals gingen die jungen Burschen beim Eintreten in das Alter des Erwachsenen nach Delphi, um dort Apollon ihr Haar zu opfern. Kurzgeschnittenes Haar wurde nicht als athletisch empfunden – nur Sklaven, Lustknaben und Geizhälse trugen dies. Aber auch wenn man in Trauer war wurden die Haare abgeschnitten. Man dachte es wäre möglich, durch eine Glatze die Trauer zu…

  • Trockenes Haar richtig pflegen: Warum der passende Conditioner entscheidend ist

    Trockenes Haar wirkt häufig stumpf, fühlt sich rau an und lässt sich nur schwer entwirren. Die Ursachen können vielfältig sein: häufiges Föhnen, intensive Sonneneinstrahlung, trockene Heizungsluft, chemische Behandlungen oder eine von Natur aus geringe Talgproduktion. Unabhängig vom Auslöser braucht das Haar vor allem eines: eine Pflegeroutine, die Feuchtigkeit bewahrt und die Haaroberfläche glättet. Dabei spielt…

  • Tipps zum Färben

    In der täglichen Farbpraxis begegnen Friseurinnen und Friseuren immer wieder typische Herausforderungen: Graue, borstige Haare, die kaum Farbe annehmen, zu dunkle Ergebnisse nach einer Färbung oder Längen, die durch Sonne oder Heimbehandlungen viel zu hell geworden sind. Mit den richtigen Techniken lassen sich diese Situationen jedoch sicher und schonend korrigieren. Borstige, graue Haare lassen sich…

  • Produktrückstände im Haar

    Irgendwann sind die Haare überlagert mit Produkt. Die Folge: haltbare Looks zu kreieren wird schwerer oder unmöglich, die Kopfhaut leidet, da sie weder Nährstoffe aufnehmen, noch richtig atmen kann. Oft wird vergessen, dass „NUR“ Ausbürsten des Styling-Produkts zwar ein gutes Gefühl im Haar hinterlässt, die Rückstände aber nicht vollständig entfernt werden. Durch unsere Styling-Gewohnheiten muten…

  • Locken – Friseur:innen klären auf

    Warum Locken-Mythen aus Social Media im Salon oft nicht funktionieren Immer mehr Menschen informieren sich über Lockenpflege auf TikTok, Instagram und YouTube. Doch viele dieser viralen Tipps funktionieren im Salonalltag nur bedingt. Curly’N’Covered hat 25 spezialisierte Lockenfriseur:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt – und die Ergebnisse zeigen deutlich: Vor allem beim Lufttrocknen, beim…

  • Silikon-Shampoos

    Kombinationsprodukte wie Shampoo-und-Spülung-in-einem erfreuen sich großer Beliebtheit und werden millionenfach verkauft. Doch die praktische Zeitersparnis hat eine Kehrseite, die im Salonalltag zunehmend Probleme verursacht Kombinationsprodukte wie Shampoo-und-Spülung-in-einem erfreuen sich großer Beliebtheit und werden millionenfach verkauft. Doch die praktische Zeitersparnis hat eine Kehrseite, die im Salonalltag zunehmend Probleme verursacht. Durch die in vielen dieser Produkte enthaltenen…